Sei schlau - nicht blau!

Aktuelles

Foto: Ziegelmüller
"Schneller Kick oder nachhaltiger Genuss?" war, wie berichtet, das Thema eines Projekttags in der Staatlichen Realschule Helmbrechts. Während verschiedene Klassen dieses Thema "vor Ort" im Unterricht behandelten, suchten zwei Klassen die Stadtapotheke auf, wo sie von Apotheker Dr. Julian Ott informiert wurden und mit ihm ausgiebig diskutieren konnten. Grundlage war ein Angebot des "WIPIG", des "Wissenschaftlichen Instituts für Prävention im Gesundheitswesen" der Landesapothekerkammer. Dort wurde das Konzept "Apotheke und Schule" entwickelt. Die neunte Klasse mit Lehrerin Gabriele Schaffer hatte sich für den Vortrag über Sucht und illegale Drogen unter dem Motto "Lass das Gras auf der Wiese" entschieden.
Zunächst erarbeitete Ott zusammen mit den Schülern den Unterschied zwischen legalen und illegalen Drogen, wobei gerade bei letzteren eine lange Liste zusammenkam. Bei den legalen Drogen ging Dr. Ott auf Alkohol, Nikotin und die Nachteile der E-Zigarette ein, ebenso wie auf Shishas (Wasserpfeifen), deren Wirkung oft verharmlost werde.
Ferner ging es um Cannabis, Ecstasy, dem vor allem auch in Oberfranken durch die Nähe zu Tschechien weit verbreiteten Crystal Meth, um Kokain, LSD, K.o.-Tropfen und Heroin. Interessant waren für die Zuhörer auch die Informationen über Schnüffelstoffe, Pilze und sogenannte "Legal Highs" in Form von Kräutermischungen und Badesalz, die alles andere als legal sind und aufgrund der unklaren Zusammensetzung eine unberechenbare Wirkung haben können.

Auch die speziell für junge Menschen relevanten rechtlichen Konsequenzen wurden angesprochen, wie die Tatsache, dass bei bekanntem Drogenkonsum beim Führerscheinerwerb eine sogenannte MPU, eine medizinisch-psychologische Untersuchung notwendig wird und auch eine Eintragung ins polizeiliche Führungszeugnis erfolgt, welche vor allem eine weitere berufliche Entwicklung hemmen könnte.

Aufklärung über Alkohol unter dem Motto "Sei schlau! Nicht blau" stand im Mittelpunkt eines weiteren Vortrags, an dem eine siebte Klasse von Lehrerin Franziska Walther teilnahm. Dessen Ziel lag in der Unterstützung von Eltern und Schule beim Bemühen um einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol ebenso wie das Anliegen, die Schüler zu einem kritischen Umgang mit Werbeaussagen anzuleiten und sie vor allem zu einer konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Alkohol anzuregen.

Im Mittelpunkt stand auch hier der Dialog zwischen den Schülern und Apotheker Dr. Julian Ott. Als äußerst interessant kristallisierte sich die Berechnung der Blut-Alkohol-Konzentration heraus, aus der Aussagen über die Einschränkung der Konzentrations- und Zurechnungsfähigkeit abgeleitet werden können. Am Beispiel von hochprozentigem Alkohol mit rund 40 Volumen-Prozent erfuhren die jungen Leute, dass eine Trinkmenge von 500 Milliliter Schnaps einer Menge von 200 Milliliter beziehungsweise 160 Gramm reinem Alkohol entspricht.